Gemeindeversammlungen zum Thema „Wo Glauben Raum gewinnt“

Wie angekündigt, fanden am 17. Mai (Herz-Jesu) und am 7. Juni (St. Otto) die Versammlungen zum Prozess „Wo Glauben Raum gewinnt“ statt. Als Referenten hatten wir Herrn Papenfuß aus der Stabsstelle im EBO, die extra für den Prozess eingerichtet wurde, eingeladen.

An beiden Standorten wurde das Thema sehr konkret und zum Teil auch ausgesprochen kontrovers diskutiert.

Folgenden Fragen wollten wir auf den Grund gehen:

  1. Warum gibt es diesen Prozess?

Die Gründe, die Herr Papenfuß angeführt hat, waren:

  • Kirche soll nicht zum Eigennutz wirken, sondern hat auch eine missionarische Sendung nach draußen, um Gottes Liebe zu bezeugen.
  • Es gibt zu wenig geistliches Personal, wie Pfarrer und Gemeindereferentinnen und -referenten,
  • der demografische Wandel führt zu einer Überalterung,
  • der „Glaube schleicht sich weg“ — die Kirchen werden immer leerer,
  • es gibt bisher keine hinreichende Vernetzung zu den anderen Orten kirchlichen Lebens wie Schulen, Caritas-Einrichtungen und Orden.
  1. Wie sieht der Ablauf des Prozesses aus?

Der Prozess teilt sich in eine Findungsphase und eine dreijährige Entwicklungs­phase, an deren Ende die Bildung einer (Groß-)Pfarrei mit mehreren Gemeinden und „Orten kirchlichen Lebens“ stehen soll.

In der Findungsphase sollen die Gemeinden miteinander und mit weiteren Einrichtungen ins Gespräch kommen und sich kennenlernen. Abgeschlossen wird diese Phase mit einem Votum der jeweiligen Gremien (Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat) zu der Bildung eines „Pastoralen Raums“ — und einem Antrag an den Erzbischof, diesen Pastoralen Raum zu genehmigen.

In der dreijährigen Entwicklungsphase bestehen die jetzigen Pfarrgemeinden noch selbständig mit allen Gremien nebeneinander fort — und erarbeiten ein gemeinsames pastorales Konzept.

  1. Wie sieht die Pfarrei, wie sieht Gemeindeleben am Ende des Prozesses aus?

Es gibt keine konkreten Vorgaben, aus wie vielen Gemeinden eine Pfarrei am Ende bestehen sollte. Dies ist je nach Lage im Erzbistum unterschiedlich. Auch die personelle Besetzung ist nicht abschließend definiert. Nach Möglichkeit soll es aber einen Verwaltungsleiter bzw. eine -leiterin geben, die den Pfarrer bzgl. der Verwaltungsaufgaben entlasten soll, damit ihm mehr Zeit für Seelsorge bleibt; der Pfarrer wird durch mindestens einen weiteren Priester – Kaplan und/oder Pfarrvikar – und weitere pastorale MitarbeiterInnen unterstützt.

Es wird einen (Gesamt-) Kirchenvorstand und einen (Gesamt-) Pfarrgemeinderat geben. Dies führte bei vielen Gemeindemitgliedern in der Sitzung zu Fragen: Wie soll aktives, lebendiges Gemeindeleben funktionieren, wenn Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat nicht vor Ort sind, bzw. von den Verhältnissen vor Ort z.T. gar nichts wissen? Welche Personen stellen sich für eine solche Aufgabe zur Verfügung? Können sie die Zeit und Kompetenz mitbringen? 

Ebenso wurde die verstärkte Einbindung der Laien in die Liturgie angesprochen. Konkrete Antworten gibt es dazu bisher noch nicht. Dies wird sicherlich ein wichtiger Teil der Entwicklungsphase sein. Auf die – dann neu gewählten – Gremien kommt die große Aufgabe zu, die wunderbaren und vielfältigen Aktivtäten in unserer Gemeinde durch den Prozess hindurch und darüber hinaus zu erhalten. 

  1. Wie gestaltet sich der Prozess bisher in Herz Jesu?

Wir haben mit allen umliegenden Gemeinden Gespräche geführt. Dabei kristallisiert sich heraus, dass die Bildung einer Pfarrei mit den Gemeinden „Zu den heiligen Zwölf Aposteln“ und „Heilige Familie“ am sinnvollsten ist. Zu diesen beiden Gemeinden gibt es bereits gute Verbindungen, wie z. B. die St. Ursula-Schule oder die Männergruppe; Gemeindemitglieder von Herz Jesu nutzen das Angebot der Sonntagsabendmesse in Heilige Familie oder gehen in die Messe in Zwölf Apostel.

Offen sind wir auch gegenüber der St. Thomas Morus Gemeinde in Kleinmachnow, deren Gemeindemitglieder sich schon traditionell teilweise nach St. Otto orientieren. St. Thomas Morus ist mit der Pfarrei Ss. Eucharistia, Teltow, fusioniert; und diese ist aber Richtung der Umland-Pfarreien Blankenfelde, Zossen und Luckenwalde orientiert.

Was ist der nächste Schritt?

Der Kirchenvorstand und der Pfarrgemeinderat von Herz Jesu streben an, noch im Sommer eine Absichtserklärung (eine Vorstufe zum Antrag) zur Bildung eines Pastoralen Raums mit „Zu den heiligen Zwölf Aposteln“ und „Heilige Familie“ zu senden.

Haben Sie Fragen zum Prozess oder möchten Sie sich einbringen? Bitte sprechen Sie uns gern an!

Für den Ausschuss „Wo Glauben Raum gewinnt „

Ihre

Gabriele Bühler